Klinikum Crailsheim

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Therapie

Medizinisches Spektrum

Behandelt werden alle akuten und chronischen Herzerkrankungen. Dazu zählen unter anderem

  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße
  • Herzschwäche (Insuffizienz)
  • drohender Verschluss der Kranzgefäße
  • Herzklappenfehler
  • Schlaganfall und
  • alle Arten von Herzrhythmusstörungen


In der modern ausgestatteten Intensivstation am Klinikum Crailsheim werden akute internistische Erkrankungen behandelt. Dabei können zum Einsatz kommen

  • Beatmungstherapien und
  • Blutreinigungsverfahren (Hämofiltration und Dialyse)

Die Behandlung der Erkrankungen der Herzkranzgefäße wird erreicht durch:

  • Linksherzkatheterdiagnostik incl. FFR, OCT und Therapie,
    incl. Ballondilatation/Stentimplantation
  • Zertifizierung zur Behandlung chronischer Verschlüsse der Herzkranzgefäße (CTO)
  • Einsatz von Herzunterstützungssystemen (Impella) beim schwerem Herzinfarkt,
    kardiogener Schock und schwierigen Korornarinterventionen.


Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen wird erreicht durch 

  • Medikamente  
  • Elektrokardioversion
  • Ablation (Verödung), auch Pulmonalvenenisolation bei Vorhofflimmern oder
    Ablation bei ventrikulären Arrhythmien


Zur Stabilisierung des Herzrhythmus werden individuell ausgewählte impulsgebende Geräte eingepflanzt. Das sind

  • Herzschrittmacher und
  • implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren (ICD) sowie
  • Aggregate zur kardialen Resynchronisation (CRT-D, CRT-P)

 

Diagnostik und Therapie des Schlaganfalles
(in Kooperation mit der Stroke Unit des Diakonie Klinikums in Schwäbisch Hall) : 

Prophylaxe des Schlaganfalls:

  • Verschluss der Vorhofscheidewand
  • Verschluss des Vorhofohres (Vorhofohrokkluder)

 

Therapie Kardiomyopathien (Sektionsleitung Frau Dr. med. B. Pfeiffer):

  • Perkutane Transluminale Septale Myokard-Ablation (PTSMA/TASH) 




Das gesamte therapeutische Spektrum

  • Katheterinterventionen bei akuten Herzinfarkten (PTCA/Stent)
  • Interventionelle Behandlung der chronischen Herzerkrankungen oder
    der instabilen Angina
  • Ablation (Verödung von Herzmuskelzellen) zur Therapie von Herzrhythmusstörungen
  • Perkutane Transluminale Septale Myokard Ablation (PTSMA/TASH)
  • Implantation von Ereignisrekordern, Herzschrittmachern und Defibrillatoren
    (Ein-Zwei und Dreikammersysteme inkl. CRT), auch subkutane Aggregate (S-ICD)
  • Interventioneller Verschluss von Herzscheidewanddefekten (Vorhofseptum-Okkluder)
  • Interventioneller Verschluss des linken Vorhofohres (LAA-Okkluder)
  • Kardiale Kontraktilitätsmodulation (Cardiac Contractility Modulation, CCM ™)
    zur Behandlung von Patienten mit mäßiger bis schwerer Herzinsuffizienz

  • Interdisziplinäre Versorgung des Schlaganfalls
    (in Zusammenarbeit mit der Stroke Unit der Neurologie am Diakonie Klinikum Schwäbisch Hall)

  • Hämofiltration und Nierenersatztherapie/Dialyse
    (in Kooperation mit der Praxis Hollinger)

Details invasive Diagnostik und Therapie

Koronare Herzerkrankung


Grundlagen:
Die Versorgung der Herzmuskulatur mit sauerstoffangereichertem Blut erfolgt über die Herzkranzgefäße. Eine koronare Herzerkrankung entsteht, wenn sich die Herzkranzgefäße, zunehmend verengen und der Blutfluss nicht mehr gewährleistet ist. Ursache für die Verengung der Herzkranzgefäße sind Fett- und Kalkablagerungen an den Gefäß-Innenwänden (Atherosklerose). Diese sogenannten „atherosklerotischen Plaques“ verstopfen die Gefäße nicht nur, sondern beeinflussen auch den Stoffaustausch zwischen Gewebe und Blut, den Blutdruck und die Fließfähigkeit des Blutes negativ.
Typische Symptome der koronaren Herzerkrankung können bohrende, brennende Schmerzen im Brustkorb sein. Die Schmerzen können auch in den Nacken, Hals, in das Kiefer, die Arme oder den Oberbauch ausstrahlen. Auch Symptome wie Luftnot, Schwitzen, Übelkeit oder Panik können dabei auftreten. Die Beschwerden treten typischerweise nach körperlicher oder psychischer Belastung oder bei Kälte auf. Bei Patienten mit Diabetes, Niereninsuffizienz können die typischen Brustschmerzen auch fehlen. Dann treten häufig nur die oben beschriebenen Begleitsymptome auf.
Bei Auftreten von Brustschmerzen muss sofort der Notarzt gerufen werden.

Diagnostik:
Wie wird die KHK diagnostiziert?
Risikofaktoren für die koronare Herzkrankheit sind:
• hohe Cholesterinwerte (hohes LDL , niedriges HDL )
• Bluthochdruck
• Diabetes
• Rauchen
• familiäre Veranlagung (KHK und/oder Herzinfarkte bei nahen Verwandten)
Weiterführende Diagnostik: Hierzu stehen ein Ultraschall des Herzens (Echokardiogramm), das EKG in Ruhe und unter Belastung (Ergometrie), Myokardszintigraphie, Belastungs-Echokardiogramm, Computertomographie (CT), Stress-MRT zur Verfügung. Diese Methoden besitzen eine Fehlerquote von 10-40 %.
Zur eindeutigen Sicherung der koronaren Herzerkrankung steht die Koronarangiographie zur Verfügung. Hierbei wird ein Schlauch (Katheter) in den Eingang der Herzkranzgefäße platziert und Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße injiziert. Dabei können Engstellen (Stenosen) nachgewiesen werden (siehe unten)

Liegen mittelgradig verengte Herzkranzgefäße vor (z.B. 40-70 % des Gefäßdurchschnittes), dann steht die Möglichkeit der Druckdrahtmessung zur Quantifizierung der Engstelle zur Verfügung. Hier wird ein feiner Druckdraht in das Herzkranzgefäß eingeführt. Über 2 Drucksensoren wird der Druck vor und nach der Engstelle bestimmt und ein Quotient gebildet. In verschiedenen Studien konnten Grenzwerte ermittelt werden, die für eine funktionelle Relevanz der Engstelle sprechen: Ist dieser Grenzwert überschritten, sollte ein Stent (Gefäßstütze) implantiert werden.

Eine weitere Methode zur Beurteilung von Engstellen der Herzkranzgefäße ist die optische Kohärenztomographie. Diese ermöglicht eine bessere Beurteilung der Beschaffenheit der Ablagerungen (Plaques) in den Herzkranzgefäßen. Insbesondere bei Verengungen im Bereich von bereits implantierten Stents kann die Stententfaltung gut beurteilt werden. Diese neue Methode steht nun auch im Klinikum Crailsheim zur Verfügung.

Therapie: der koronaren Herzerkrankung (KHK):
Die Behandlung der KHK stützt sich im Wesentlichen auf eine nicht-medikamentöse und eine medikamentöse Säule.
Zur medikamentösen Therapie der KHK wird stehen vor allem Thrombozyten-Aggregationshemmern (ASS, Clopidogrel, Prasugrel, Ticagrelor), Beta-Blocker, Statine (Cholesterinsenker) und ACE-Hemmern zur Verfügung. Zusätzlich und vor allem zur Besserung einer Angina-Pectoris-Symptomatik können noch Kalzium-Kanal-Blocker und Nitrate verschrieben werden.
Die nicht medikamentöse Therapie besteht aus der kathetergestützten oder chirurgischen Therapie von Engstellen: Bei der sogenannten perkutanen Koronarintervention (PCI) wird ein Katheter über einen Draht in die Blutgefäße eingeführt und bis zur verengten Stelle vorgeschoben. Die verengte Stelle wird dann gedehnt, indem der Ballon an der Spitze des Katheters aufgeblasen wird. Damit sich die Stelle nicht wieder verengt, kann ein sogenannter „Stent“ (gitterförmige Gefäßstütze, die fix im Blutgefäß verbleibt) eingesetzt werden.

Gelingt dies nicht oder liegt eine Engstelle des linken Hauptastes vor, dann können Bypässe gesetzt werden. Dabei wird die Engstellung durch Venen oder Arterien, die an der Hauptschlagader angenäht oder von der Schlüsselbeinarterie abzweigen, überbrückt. Dafür muss aber eine operative Öffnung des Brustbeines erfolgen. 
Zur Prävention der koronaren Herzerkrankung gehören ein gesunder Lebensstil (Primärprävention), sowie bei schon bestehender KHK den Krankheitsverlauf und mögliche Folgeerkrankungen positiv zu beeinflussen (Sekundärprävention).

Herzrhythmusstörungen

Grundlagen:
Das Herz pumpt 60-80/min Blut in die Hauptschlagader, die über weitere Arterien mit allen Organen verbunden ist. Die Verkürzung der Herzmuskelzellen ist für den Pumpvorgang essenziell. Diese Verkürzung der Herzmuskelzellen wird durch einen elektrischen Impuls ausgelöst, der im Taktgeber des Herzens entsteht. Die Überleitung der elektrischen Impulse von der Vorkammer in die Hauptkammer erfolgt über spezielle Leitungsbahnen. Der Begriff Herzrhythmusstörung beschreibt eine zu langsame (< 50/min) oder zu schnelle (> 100/min) Herzfrequenz („Puls“).  In beiden Situationen kann ein ungenügender Blutfluss in wichtige Organe wie Gehirn, Herz etc. entstehen, der dann die unten beschrieben Symptome auslösen kann.
Symptome:
Herzrasen, Herzstolpern, Schwindel, Bewusstlosigkeit, Atemnot bei Belastung, Brustenge, Brustschmerzen und Leistungseinschränkung.

Diagnostik:
Die elektrophysiologische Untersuchung dient der Diagnostik von Herzrhythmusstörungen. Bei der elektrophysiologischen Untersuchung – kurz EPU – werden spezielle Herzelektroden verwendet. Mit diesen können elektrische Potentiale im Herzen abgeleitet werden. Positioniert man mehrere dieser Elektroden an bestimmten Stellen im Herzen, kann der Arzt die Erregungsleitung genau nachvollziehen und Herzrhythmusstörungen detailliert abklären. Zusätzlich können während der EPU mittels eines Stimulators elektrische Reize gesetzt werden, die  versteckte Herzrhythmusstörungen auslösen können. Der Zugang zum Herzen erfolgt dabei in der Regel über die Leiste. Die Elektroden werden anschließend über die untere Hohlvene in das rechte Herz eingeführt. Diese Untersuchung ist komplikationsarm. Es treten selten Blutergüsse in der Leiste (1 %) auf. Absolute Raritäten stellen Nervenverletzungen im Bereich der Leiste, Verletzung des Herzens, Einblutung in den Herzbeutel oder Thrombosen dar (jeweils < 0,1 %). Eine detaillierte schriftliche Aufklärung erhalten sie mindestens 24 h vor dem Eingriff.

Ablation:
Liegen bei Ihnen schnelle Herzrhythmusstörungen vor, besteht die Möglichkeit einer medikamentösen oder ablativen Therapie. Die Therapie mittels Verödung (Ablation) hat den Vorteil, dass die Erfolgsrate sehr hoch ist, und auf die dauerhafte Einnahme von Medikamenten in der Regel verzichtet werden kann. In der Therapie der schnellen Herzrhythmusstörungen unterscheidet man Herzrhythmusstörungen, die im linken oder dem rechten Herzen auftreten. Bei Störungen im linken Herzen ist der Zugangsweg etwas schwieriger. Bei der Ablation am Herzen werden durch Kälte- oder Hitzeeinwirkung gezielt Narben in jenen Zellen des Herzmuskels verursacht, die die elektrische Erregung leiten oder erzeugen. So können elektrische Erregungen der Herzmuskeln unterbunden und Herzrhythmusstörungen verhindert/therapiert  werden.
Fast immer wird dieser Eingriff mithilfe eines Katheters ausgeführt, der über ein Blutgefäß in der Leiste zum Herzen vorgeschoben wird. Das Standardverfahren ist die Radiofrequenzablation, bei der über die Katheterspitze starke, durch elektromagnetische Wellen erzeugte Hitze, an das Gewebe abgegeben wird. Ein anderes Verfahren ist die Kryoablation, bei der Kälte angewendet wird. Durch die Verödung werden Teile des Erregungsleitungssystems unterbrochen, woraufhin das Herz nicht mehr in der Lage ist krankhafte Impulse weiterzuleiten. Das Herz schlägt fortan wieder regelmäßig.

Die Erfolgsrate der Verödungstherapie spezieller Herzrhythmusstörungen beträgt:
- typisches Vorhofflattern (> 90 %)
- AV-nodale Reentrytachakardie (>90 %)
- WPW-Syndrom (> 90 %)
- atriale Tachykardien > 80 %
- Extrasystolie/Tachykardie der rechten und linken Hauptkammer 70-80%

Die Komplikationsrate variiert, je nach Ursprungsort der Herzrhythmusstörungen. Bei Lokalisation in der linken Vor- und Hauptkammer liegt die Rate um 1-2 % höher als im rechten Herzen. Als Komplikation wären zu nennen: Blutergüsse in der Leiste (1 %), Durchtrennung der Hauptleitungsbahn mit Schrittmacherpflichtigkeit (1 %, tritt zumeist nur bei AV-nodaler Reentrytachykardie oder WPW-Syndrom (im rechten Herzen) auf.  Raritäten stellen Nervenverletzungen im Bereich der Leiste, Verletzung des Herzens, Einblutung in den Herzbeutel und Thrombosen dar (jeweils < 1 %). Schlaganfälle (< 1 %) treten nur bei Eingriffen in den linken Herzkammern auf. Eine detaillierte schriftliche Aufklärung erhalten sie mindestens 24 h vor dem Eingriff.

Vorbereitung:
Am Aufnahmetag muss der Pat. nüchtern sein, die Medikamente dürfen mit einem kleinen Schluck Wasser eingenommen werden. Medikamente, wie Metformin, Eliquis (Apixaban), Lixiana (Edoxaban), Pradaxa (Dabigatran), Xarelto (Rivaroxaban), Spritzen zur Antikoagulation (z.B. Clexane/Fragmin) und Marcumar (Phenprocoumon) sollten mindestens 1 Tag vor dem Eingriff (Marcumar 7 Tage, Metformin 3 Tage vor dem Eingriff) abgesetzt werden. Sollten Sie ß-Blocker (z.B. Metoprolol, Bisoprolol, Nebivolol) einnehmen, besprechen Sie bitte mit uns, ob Sie diese pausieren müssen. Der stationäre Aufenthalt dauert in der Regel 3 Tage. In der ersten Nacht nach dem Eingriff werden Sie in der Regel am EKG-Monitor überwacht. 

Merkblatt Ablation von Herzrhythmusstörungen.

Vorhofflimmern

Vorhofflimmern

ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Sie führt in vielen Fällen zu subjektiver Beeinträchtigung durch Herzstolpern, Herzrasen, Atemnot und Angstgefühlen. Ferner ist bei vielen Patienten mit dem Auftreten der Herzrhythmusstörungen eine Verminderung der Herzleistung verbunden. Eine weitere Komplikation stellt das Auftreten von Schlaganfällen dar. Während des Vorhofflimmern fällt die Pumpkraft der Vorhöfe aus. Es kommt zur Thrombenbildung, bevorzugt in den Herzohren (Aussackungen der Vorkammern). Die Beseitigung des Vorhofflimmerns ist deshalb in vielen Fällen angezeigt.


Die Therapie

des Vorhofflimmern schließt medikamentöse, elektrische und ablative Verfahren ein. Die Elektrokardioversion (Elektroschock) dient der Beendigung von Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Vorhofflimmern. Diese Therapieform verhindert jedoch nicht das Wiederauftreten der Herzrhythmusstörung. Sowohl medikamentöse, wie auch ablative Verfahren dienen der langfristigen Therapie von Herzrhythmusstörungen. Herzrhythmusmedikamente können nur bei einem Teil der Patienten eingesetzt werden und haben oft Nebenwirkungen. Auch die Effektivität ist in den meisten Fällen geringer als bei der Ablation.

Die Ablation

von Vorhofflimmern erfolgt in speziell eingerichteten elektrophysiologischen Labors. Seit 1998 ist bekannt, dass Vorhofflimmern zu ca. 90 % in den Lungenvenen entsteht. Bei der Lungenvenen-Isolation werden mittels Hochfrequenz-Energie (Radiofrequenzablation), die wiederum zu Wärmeentwicklung führt, die Mündungsstellen der Lungenvenen zirkulär verödet. Alternativ kann auch Kälte in Form von flüssigem Stickstoff zur Ablation (Kryoablation) verwendet werden. Durch diese Ablation werden die Lungenvenen elektrisch vom Herzen abgekoppelt und können kein Vorhofflimmern mehr auslösen. Bei Patienten mit länger anhaltendem Vorhofflimmern kann es notwendig sein, verschiedene andere Stellen im linken oder auch rechten Vorhof zu veröden, die für die Entstehung oder Unterhaltung von Vorhofflimmern verantwortlich sind.

Zum Eingriff

Der Eingriff wird in Analogsedierung durchgeführt (wobei der Patient immer erweckbar ist) und dauert zwischen 3 und 4 Stunden. Um den linken Vorhof und die Lungenvenen zu erreichen, müssen ein oder mehrere Katheter (maximal drei) über die rechte Leiste und durch die Vorhofscheidewand in den linken Vorhof eingeführt werden. Im linken Vorhof werden dann um die Lungenvenen, und wenn notwendig auch an anderen Stellen, Ablationen durchgeführt, um die Ursache des Vorhofflimmerns zu beseitigen. Die Erfolgsrate liegt am Ende der Ablation bei > 95 %. Im weiteren Verlauf können sich aber einzelne Gewebebezirke wieder erholen. Die Erfolgsrate nach 3-6 Monaten liegt daher in der Regel bei 75 %. Bei einem Teil der Pat. muss eine erneute Ablation der Lücken durchgeführt werden. Nach dem Zweiteingriff beträgt die Erfolgsrate 85 %.   

Mögliche Komplikationen

Verletzung der Hauptschlagader (Aorta ascendens) mit Blutung in den Brustkorb oder Herzbeutel und Verletzung der Vorhofwand mit Einblutung in den Herzbeutel (Risiko 1 bis 2 %) bei der transseptalen Punktion oder bei den Ablationen. In aller Regel kann diese Komplikation durch eine Punktion von außen und Drainage des Herzbeutels gut beherrscht werden. Die transseptale Punktion wird in unserem Zentrum unter Kontrolle eines intrakardialken Ultraschallkatheters durchgeführt. Durch diese Sicherheitsmaßnahme kann die Blutungskomplikation klein gehalten werden.

Die Manipulation und Ablation mit Kathetern in der linken Herzvorkammer oder auch in den Lungenvenen sind mit einem leicht erhöhten Embolierisiko durch Blutgerinnsel verknüpft. Embolien können das Gehirn betreffen, sodass es zum Schlaganfall kommen kann. Um dieser Komplikation vorzubeugen, erhalten Sie während und nach der Prozedur eine intensive Blutverdünnung und vor der Untersuchung ein Schluckecho, um schon bestehende Gerinnsel auszuschließen. Das Risiko für eine Embolie liegt bei ca. 0,5 % angegeben.

• Die Isolation der Lungenvenen geht mit dem Risiko einer Einengung der Lungenvenen einher, welche aufgrund neueren Studien in 1 % auftreten können. Selten kommt es nach Ablation zu Beschwerden wie Atemnot. Während der Ablation werden die Lungenvenen noch einmal mit Kontrastmittel dargestellt. Bitte geben Sie an, ob eine Kontrastmittelallergie oder Schilddrüsenerkrankung bekannt ist.

• Eine weitere beschriebene Komplikation ist eine Lähmung des Zwerchfells durch die Ablation. Sie kann eventuell zu Luftnot bei körperlicher Anstrengung führen. Diese Lähmung bildet sich meist nach Wochen und Monaten wieder zurück; eine bleibende Zwerchfelllähmung ist nach der Literatur in 0,2 bis 0,5 % aufgetreten. Selten haben wir eine Wassereinlagerung (Ödembildung) beobachtet, die sich durch Medikamenteneingabe innerhalb von 3 Tagen zurück gebildet hat.

• Eine weitere schwerwiegende Komplikation ist eine Fistelbildung zwischen linkem Vorhof und der Speiseröhre. Durch den Einsatz von Temperatursonden in der Speiseröhre kann diese Komplikation minimiert werden.

• Verletzungen der Gefäße im Bereich der Punktionsstelle. Ein operativer Eingriff ist selten notwendig, ein Bluterguss ist relativ häufig.



fileadmin/Dateien/Dateien/Innere_Medizin/Katheterablation.pdf

Vorhofohr-Okkluder

Während Vorhofflimmerns kann es, durch fehlende Kontraktion der Vorhofmuskulatur, zur Gerinnung des Blutes im Vorhofohr und Ausbildung von Gerinnseln kommen. Diese können in Gehirn, Herz, Darm oder andere Organe streuen. Man geht davon aus, dass 30 % aller Schlaganfälle, ihren Ursprung im linken Vorhofohr haben. Die Standardbehandlung zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern ist eine effektive Blutverdünnungsbehandlung mit sogenannten „Antikoagulanzien“ in Tablettenform (z.B. Marcumar, NOAK). Bei manchen Patienten wird eine solche Blutverdünnungsbehandlung aufgrund von Blutungskomplikationen (Hirn-, Darm, Magenblutung) nicht gut vertragen. Für diese Patienten besteht nun die Möglichkeit das linke Vorhofohr über einen gezielten Eingriff und mittels eines speziellen Systems (sogenannter Vorhofohr-Okkluder) zu verschließen. Ein Vorhofohr-Okkluder ist vereinfacht dargestellt eine Art “Stöpsel“, der das linke Vorhofohr dauerhaft verschließt. Bei der Implantation wird eine lange Schleuse über eine Leistenvene bis zum rechten Vorhof vorgebracht. Die Herzscheidewand wird unter echokardiographischer Darstellung und Röntgendurchleuchtung passiert, und anschließend das Verschlusssystem in das linke Vorhofohr eingebracht.

In einer groß angelegten Studie, an der mehr als 700 Patienten teilnahmen, konnte nachgewiesen werden, dass das Okkluder-System Schlaganfälle bei Vorhofflimmern mindestens genauso gut verhindert, wie bei Einsatz von blutverdünnenden Medikamenten.


Wo hilft ein Vorhofohrverschluss?

Vorhofflimmern mit:

• Unverträglichkeit gegen orale Antikoagulantien
(Medikamenten zur Blutverdünnung, wie z.B. Marcumar, Xarelto, Eliquis, Lixiana, Pradaxa)
• Entwicklung von Komplikationen unter oralen Antikoagulantien
(Embolien oder Blutungen)
• Unvertretbar hohem Blutungsrisiko
(Risiko für Stürze, schwer einstellbare orale Antikoagulation)

Abbildung :

Schlaganfälle bei Vorhofflimmern entstehen zumeist durch Gerinnsel im Herzohr (siehe schwarzer Kreis). Durch Implantation eines Vorhofohr-Okkluders (siehe vergrößerter Ausschnitt) kann ein Schlaganfall verhindert werden (Quelle: St Jude medical, Deutschland, Eschborn).

Verschluß Vorhofseptum

Bei der Mehrheit der Vorhofseptumdefekte (ASD) ist heute keine Operation am offenen Herzen mehr erforderlich. Dieser Verschluss wird eingesetzt bei Patienten mit unklarem Schlaganfall und Loch in der Vorkammerscheidewand und Symptomatik (Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Atemnot etc.). Oft genügt ein kurzer Katheter-Eingriff, der vielfach nicht länger als 30 Minuten dauert. Wichtig: Auch wenn akut keine Beschwerden vorhanden sind, bringt die Behebung des Defekts langfristig oft enorme Vorteile.

Hintergrund-Info:

Was ist ein Vorhofseptumdefekt?
Wichtig ist vor allem, dass ein notwendiger Verschluss nicht unnötig hinausgezögert wird. Denn mit jedem Jahr, das verstreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein wegen des Defekts aufgetretener Lungenhochdruck Spuren an den feinen Lungengefäßen hinterlässt. Dieser Eingriff ist in der Regel problemlos sehr schonend, sodass keine unnötige Zeit verloren werden sollte. 

Vorhofseptumdefekt, auf welche Art ist verschließen möglich ?
Der Zugang erfolgt über die Leistenvene. Über eine spezielle Schleuse wird der Katheter mit Schirmchen bis in das Herz vorgeschoben. Im Herz entfaltet sich das Schirmchen und verschließt das Loch in der Herzscheidewand.

Quelle : Deutsche Herzstiftung
 

In welchen Fällen ist eine OP am offenen Herz erforderlich?
Ein Verschluss per Katheter kommt in der Regel nur bei einem Vorhofseptumdefekt vom Secundum-Typ (Der Vorhofseptumdefekt vom Secundum-Typ wird oft auch als "ASD II" abgekürzt, was sich von Atriumseptumdefekt ableitet (lat. Atrium = Vorhof), wobei "II" als Kurzform für secundum (= der zweite) steht) in Frage. Handelt es sich dagegen um eine der übrigen drei Unterformen (Primum-, Sinus venosus- oder Sinus coronarius-Typ), bei denen der Defekt am Rand des Vorhofseptums liegt, ist wegen der schlechteren Befestigungsmöglichkeiten des Schirmchens am Vorhofseptum eine Operation am offenen Herzen erforderlich.
Bei einer solchen OP erfolgt der Verschluss des Defekts fast immer mit einem Patch (= kleiner Gewebelappen) aus eigenem Gewebe oder Kunststoff.