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Aktuelles aus der Presse

Vier Fachkräfte begleiten seit Mai Sterbende zu Hause

Gesundheit. Beim Festakt zur Gründung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) stellen Redner die Bedeutung des Dienstes hervor. Von Tobias Würth

60 Prozent der Menschen wollen zu Hause sterben. Doch dieser Wunsch geht nur bei 39 Prozent in Erfüllung. Oft kommt es zu Komplikationen und abrupten Einweisung ins Krankenhaus. „Das Sterben geschieht nicht immer so, dass man es mit dem Erlöschen einer Kerze vergleichen kann“, berichtet Dr. Dietmar Beck, der in Stuttgart ein Spezialisiertes Ambulantes Palliativteam (SAPV) leitet. Ein solches Team, das es seit dem 2. Mai für den Landkreis Hall sowie Teile des Hohenlohekreises und des Main-Tauber-Kreises gibt, schließt eine Lücke in der Betreuung von Sterbenskranken. 60 Zuhörer kommen zum Festakt ins Brenzhaus, um das SAPV-Team in Hall zu würdigen.

Teamarbeit mit Patienten

Vier geschulte Pflegekräfte analysieren mit einem der sieben Ärzte die Ausgangssituation. Sie legen Medikamenten-, Behandlungs- und einen Notfallplan fest.

„Bisher kommt es zu unnötigen Einweisungen in die Klinik, wenn der ärztliche Notdienst zu einem Patienten gerufen wird, den er nicht kennt“, begründet Dr. Elisabeth Koerber-Kröll, Sprecherin der Ärzte im Kreis

Das SAPV-Team konnte schon in 39 Fällen Menschen in ihren letzten Tagen begleiten. Das erzählen die Ärztin Ines Dürlich und die Fachkraft Rose Braz-Grund aus dem Team. Zwar bleibt der Hausarzt Lotse in dem Verfahren und ordnet die Versorgung an. Doch dem Mediziner seien Grenzen gesetzt. Koerber-Kröll: „Die Erwartung, dass der Hausarzt jeden Tag rund um die Uhr auf Abruf bereit steht, kann nicht erfüllt werden.“ Die Fachkräfte des SAPV-Teams stehen genau für diese Rufbereitschaft ein – entweder in Pflegeheimen oder bei den Menschen zu Hause.

Und mehr noch: Sie integrieren die bestehenden Angebote der ehrenamtlichen Hospizdienste und die der professionellen Pflegedienste. Daher ist der Service auch bei „Diakoneo Diakonie daheim“ angesiedelt. Deren Leiterin Andrea Beck wird mit Lob überschüttet. Sie und vor allem ihre Vorgängerin, Schwester Margarete Mühlbauer, hätten alles auf die Beine gestellt – in einer Zeit, in der an vielen anderen Ecken Pflegefachpersonal fehlt.

Die schwierige Suche nach Fachärzten habe dazu geführt, dass es zehn Jahre dauerte, das SAPV-Team ins Leben zu rufen. Dabei geht es um Körper und Geist. In einem einfühlsamen Vortrag gewährt Margret Ehni Einblicke in die Arbeit mit Sterbenden. „Wenn man über den Tod nachdenkt, tun sich spirituelle Themen wie von allein auf“, erläutert die Pfarrerin der Landeskirche für Seelsorge in Palliativstationen. Es geht um die Endlichkeit des Seins auf der Welt, das Leiden durch eine Krankheit, die Frage nach dem Sinn und der Gedanke, was man seinen Nachfahren weitergibt. Die Pfarrerin sucht die Antworten gemeinsam mit den Patienten in deren eigenen Hoffnungen und  in „dem spirituellen Schatz der Religionen“.

Durch Klänge von Judith Hambücher an der Harfe aufgeheitert, endet der Festakt nach mehr als zwei Stunden.

Wege zur Hilfe vom neuen SAPV-Team

Unheilbar Erkrankte mit komplexen Symptomen und einer Lebenserwartung von weniger als sechs Monaten haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, von dem spezialisierten ambulanten Palliativ-Team versorgt zu werden.

Der Arzt in der Klinik oder der Hausarzt können diese Sterbebegleitung verordnen. Betreut werden die Patienten zu Hause oder im Pflegeheim.

Hohenloher Tagblatt / 10.07.2019

Dekanin Anne-Kathrin Kruse überreicht Andrea Beck Blumen. 
Foto: Tobias Würth
Dekanin Anne-Kathrin Kruse überreicht Andrea Beck Blumen.
Foto: Tobias Würth