Klinikum Crailsheim

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Aktuelles aus der Presse

Wir informieren Sie hier über aktuelle Themen und Aktionen über die in der Presse berichtet wurde:

Bis zu 1500 Euro Bonus möglich

Corona-Prämie 100 Millionen Euro sollen bundesweit für Pflegekräfte in Krankenhäusern fließen. Was davon im Kreisklinikum Crailsheim ankommt, ist noch offen. Landrat Gerhard Bauer informiert die Kreisräte.

Beschäftigte in der Altenpflege erhalten eine Corona-Prämie. Nun gibt es ein Konzept, damit auch Pflegekräfte im Krankenhaus einen Bonus bekommen. Die SPD-Kreistagsfraktion wollte bereits Ende Juli eine Zulage für Beschäftigte des Kreisklinikums Crailsheim auf den Weg bringen. Der Ostalb-Kreistag beschloss beispielsweise einstimmig für die Beschäftigten der Kliniken Ostalb eine Prämie von 750 000 Euro zu finanzieren. Solche Überlegungen wurden aber von der Mehrheit des Kreistags Hall im Keim erstickt. „Wer ist dafür zuständig und soll der Landkreis einfach einspringen, wenn die Politik anders entscheidet?“, argumentierte Gerhard Bauer. Der Landrat sieht sich nun durch das neue Konzept bestätigt.

„Diese Entwicklung zeigt, dass die Entscheidung des Kreistags vom 28. Juli richtig war, nicht anstelle von Bund und Land zu handeln“, schreibt er an die Kreisräte und erläutert die Corona-Prämie. Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und GKV-Spitzenverband als Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen einigten sich auf einen Vorschlag. Prämien von 100 Millionen Euro sollen aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden. Eine anspruchsberechtigte Pflegekraft kann steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei bis zu 1000 Euro erhalten, was von Ländern um 500 Euro aufgestockt werden kann.

Stimmen aus den Fraktionen

Was bedeutet das für Beschäftigte des Klinikums Crailsheim? „Welcher Betrag zur Verfügung stehen wird, bleibt abzuwarten“, so Landrat Bauer (siehe Kasten). Außer Frage steht für Landrat und Kreisräte: Das Klinikpersonal hat in der Corona-Pandemie ganz Außergewöhnliches geleistet, dafür großen Dank und Anerkennung verdient, auch in Form einer Prämie. Ende Juli unterstützten Freie, CDU, FDP und AfD die Haltung der Kreisverwaltung im Kreistag und waren gegen einen Bonus, den der Kreis zahlt. Die Fraktion Grüne/ÖDP und Linke unterstützten den Antrag der SPD.

„Dass Landrat Bauer in seinem Schreiben die abwartende Haltung des Landkreises nun als Erfolg verkauft, verwundert uns“, macht SPD-Fraktionvorsitzender Hermann-Josef Pelgrim deutlich. Die SPD bedauere nach wie vor, dass der Antrag Ende Juli im Kreistag abgelehnt wurde. Der Landkreis als Arbeitgeber habe dadurch eine Gelegenheit verpasst, den eigenen Mitarbeitern Wertschätzung für ihre Arbeit zu signalisieren. „Es ist überfällig, dass die Prämie kommt“, betont Fraktionsvorsitzender Hans-Joachim Feuchter (Grüne/ÖDP). Es wäre gut gewesen, wenn der Kreistag schon vor der Sommerpause das klare Signal an die Klinikum-Mitarbeiter gegeben hätte, in die Bresche zu springen, wenn der Bund nicht liefert, bedauert Feuchter. „Das wir Ende Juli als Kreistag nicht zugestimmt haben, geht gar nicht“, bleibt Kreisrätin Ellena Schumacher Koelsch (Linke) bei ihrer Kritik.

Fraktionsvorsitzender Siegfried Trittner (Freie) sieht ein Problem, das auch mit der jetztigen Gewährung nicht gelöst sei: die gerechte Verteilung der Prämie. Zu unterschiedlich seien Einsätze, Zeiten, Aufträge der Beschäftigten, um sie mit einer gleichen Prämie zu honorieren. „Die Entscheidung, nicht kommunal vorzupreschen, solange Gespräche zwischen Bundesgesundheitsministerium, Deutscher Krankenhausgesellschaft und dem GKV-Spitzenverband laufen, und gleichzeitig auf die Beteiligten einzuwirken, war richtig“, folgt Jens Zielosko der Landrat-Argumentation. Der CDU-Fraktionsvorsitzende erläutert, dass nun auf gerechte und transparente Art und Weise eine Bonuszahlung auch für Pflegekräfte in den Kliniken komme. „Wer prämienberechtigt ist und wie hoch die jeweilige Prämie für die berechtigten Pflegekräfte ist, obliegt denen, die die Situation vor Ort am besten kennen – Träger und Mitarbeitervertretung“, erläutert Zielosko.

FDP-Fraktionsvorsitzender Stephen Brauer betont, dass der Kreis nicht für Versprechungen durch den Bund in Haftung genommen werden dürfe. Dieser könne auch nur die notwendige Befreiung der Prämie von Steuern und Sozialversicherungsabgaben beschließen. Ohne diese Befreiung würde netto nur die Hälfte bei den Beschäftigten ankommen. „Besagte bessere Entlohnung sollte von dauerhaftem Bestand sein und nicht durch eine einmalige Zahlung erfolgen“, so Udo Stein. Der AfD-Kreisrat schlägt vor, Einmalzahlungen über einen Zeitraum von einem halbem Jahr zu tätigen und gleichzeitig das Gehaltsgefüge nachhaltig zu verbessern.

 

Zahl

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Geld für Pflegekräfte im Sinne der „Pflege am Bett“

Die Prämie für Pflegekräfte in Krankenhäusern „soll als einmalige Sonderleistung steuer- und sozialversicherungsabgabenfrei erfolgen“, informiert Landrat Gerhard Bauer. Anspruchsberechtigt sind Pflegekräfte im Sinne der „Pflege am Bett“. Der Krankenhausträger stimmt sich mit der Mitarbeitervertretung ab und entscheidet, wer anspruchsberechtigt ist und wie viel Geld die Pflegekraft bekommt – je nach pandemiebedingter Belastung. Davor muss das vom Bundesgesundheitsministerium in Gang gesetzte Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen und müssen die Mittel geflossen sein. 

HALLER TAGBLATT / HOHENKOHER TAGBLATT / RUNDSCHAU GAILDORF / 15.09.2020 Von Marcus Haas