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Aktuelles aus der Presse

"Außerordentliche Erkrankungswelle"

Gesundheit Die Influenza macht sich auch im Landkreis bemerkbar. In den Kliniken werden viele Grippepatienten behandelt, in Hall wesentlich mehr als in Crailsheim. Über 400 Fälle sind schon registriert.

Die Grippewelle hat auch den Landkreis Schwäbisch Hall im Griff. So sind auch hier zahlreiche Erkrankungen zu verzeichnen, die allerdings noch nicht zur Gänze erfasst werden konnten. Seit Anfang Januar habe man rund 380 gemeldete und nachgewiesene Influenzafälle registriert, sagt Dr. Eva König, Leiterin des Gesundheitsamts des Landkreises. Am vergangenen Wochenende seien noch einmal 50 dazugekommen. „Wir gehen aber davon aus, dass das wohl nur ein Drittel der tatsächlichen Fälle ist“, so König. Nicht bei allen Erkrankten würden Abstriche gemacht. 48 Prozent seien der Influenza A zuzuordnen, 27 Prozent der Influenza B, der sogenannten „Yamagata-Linie“. Der Rest sei „nicht differenziert“. „Die Grippewelle wird sicher noch vier Wochen anhalten“, so König.

Prof. Dr. Markus Menges, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II des Haller Diakonieklinikums, spricht von einer „außerordentlichen Erkrankungswelle“, die in seinem Krankenhaus zu beobachten ist. „Davon ist leider auch das ärztliche und pflegerische Personal nicht verschont“, so Menges. „Wir haben im Februar insgesamt 201 Patienten mit Influenza – davon 104 mit Influenza A und 97 mit Influenza B – aufgenommen.“ Im März seien es Stand Sonntag schon 40 Fälle – davon 24-mal die Influenza A und 16-mal die Influenza B. „Darunter sind auch gelegentlich schwere Fälle, die eine Behandlung auf der Intensivstation benötigen“, so Menges. Es handele sich um „eine ausgeprägte Grippewelle“, die allerdings erst relativ spät in der Saison auftrete.

Regionale Unterschiede

Von zahlreichen Patienten mit Infektionen der oberen Atemwege berichtet auch Chefarzt Dr. Bernhard Braun vom Klinikum Crailsheim. Das führe auch schon zu Belegungsproblemen. Allerdings habe man seit Anfang Februar bei 67 auf Influenza getesteten Patienten nur sechsmal das Virus nachweisen können. „Es gibt da schon regionale Unterschiede“, sagt Braun zum Unterschied zwischen Crailsheim und Hall. Das beobachtet auch Gesundheitsamtsleiterin König, eine Erklärung hat sie auch nicht.

„Wir rechnen damit, dass sich die Grippewelle stark auf die Krankschreibungen auswirken wird“, sagt Dr. René Schilling, Pressesprecher der AOK Heilbronn-Franken. Es sei ähnlich wie vor drei Jahren, als ebenfalls zu Jahresbeginn eine vergleichbare Grippewelle über Deutschland hereingebrochen ist. Genaue Zahlen könne er für den Landkreis Hall aber noch nicht nennen. „Es würde mich nicht wundern, wenn wir sehr hohe Zahlen haben, wenn wir im August das erste Halbjahr 2018 ausgewertet haben“, so Schilling. „Seit zwei Wochen haben wir ein signifikant hohes Aufkommen an Krankmeldungen, das auf die Grippewelle zurückzuführen ist.“

Die Ausfälle von Arbeitskräften durch grippale Infekte sind im Landkreis spürbar. „Bei uns sind 15 bis 20 Prozent unserer Austräger betroffen“, sagt beispielsweise Roland Kleinert, Vertriebsinspektor bei der Südwest Presse Hohenlohe. Von den rund 180 Zustellbezirken der drei Kreiszeitungen betreffe dies rund 30. „Wir denken, dass es langsam wieder besser wird. Die vergangenen zwei Wochen waren aber krass“, so Kleinert. Man tue aber alles, damit die Abonnenten ihre Zeitungen auch bekommen.

Auch beim größten Arbeitgeber in Schwäbisch Hall, der Bausparkasse, ist die Grippe ein Thema – wenn auch nicht so schwerwiegend. „Wir haben Krankheitsausfälle wegen der Grippe. Die Zahl der Krankmeldungen geht jedoch nicht über das normale Maß bei Grippewellen hinaus“, so Pressesprecherin Carolin Großhauser. „Unsere Arbeitsabläufe werden durch die Krankheitsausfälle nicht beeinflusst.“

„Wir befinden uns in einer Influenza-Epidemie“, erklärt Saskia Becker von der Pressestelle des Regierungspräsidiums Stuttgart, bei dem das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg angesiedelt ist. Bei den zurzeit zu beobachtenden Erkrankungen sei man also schon über den Begriff einer „Grippewelle“ hinaus.

Haller Tagblatt / Hohenloher Tagblatt / 06.03.2018 / Norbert Acker