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Klinikum Crailsheim (Druckversion)

Neuigkeiten

Aktuelles aus der Presse

Wir informieren Sie hier über aktuelle Themen und Aktionen über die in der Presse berichtet wurde:

"Eine sehr gute Entwicklung"

Pandemie Die Zahl der Neuinfizierten im Kreis sinkt, die Kurve bleibt flach. Die Verwaltung bereitet Tests in Pflege- und Behinderteneinrichtungen vor.

Schulen, Museen, Gastronomie: Die Landesregierung lockert schrittweise die Corona-Beschränkungen – unter Vorbehalt der Infektionslage. Zur Lage im Kreis Hall informiert Landrat Gerhard Bauer beim gestrigen Pressegespräch am Landratsamtstandort auf dem Karl-Kurz-Areal in Hall-Hessental. „Die Infektionszahlen sind deutlich zurückgegangen. Wir haben durch konsequentes Handeln unser Ziel erreicht, die Ansteckungskurve flach zu halten. Das ist ein Zwischenerfolg und eine sehr gute Entwicklung“, zieht der Landrat in der zehnten Woche seit Beginn der Corona-Pandemie Bilanz – den ersten Fall gab es im Kreis am 9. März. Der Landrat dankt dabei auch den Bürgern für ihr verantwortungsvolles Verhalten, das sich in den gesunkenen Fallzahlen widerspiegele.

Bauer erläutert die Entwicklung und macht deutlich, dass es am 31. März 476 Corona-Infizierte im Kreis gab. Einen Monat später waren es 1002 Corona-Erkrankte – ein Anstieg um 110 Prozent. Am Donnerstagabend, 14. Mai, sind es seit Beginn der Pandemie 1036 bestätigte Corona-Erkrankte – ein Anstieg um lediglich 3,4 Prozent. Allerdings wisse keiner, wie hoch die Dunkelziffer ist. Noch 55 Menschen sind mit dem Coronavirus infiziert. 927 infizierte Menschen werden mittlerweile als vollständig gesundet bezeichnet. 54 Menschen starben bislang an dem Virus.

Bedeutung in den Zahlen bekommt nun eine Notbremse: Wenn es im Kreis Hall mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gibt, dann greift ein konsequentes Beschränkungskonzept. Wie das aussieht, daran arbeitet eine Taskforce des Landes mit dem Namen Regionale Beschränkung. Für den Landkreis Hall mit rund 196 000 Einwohnern ist diese Grenze auf die Woche gerechnet bei 98 Personen zu ziehen. „Wir hatten in den letzten sieben Tagen 15 Neuinfektionen, sind also weit von der Grenze entfernt, aber die Lockerungen sind auch eine Gefahr“, betont Bauer und warnt vor einer zweiten Ansteckungswelle. Er appelliert: „Es ist wichtig, dass sich weiter alle Bürger an die Regeln halten.“ Das bedeutet vor allem Abstand wahren, Kontaktbeschränkungen einhalten, Masken tragen und Hände waschen.

Tests in Heimen

Eine Herkules-Aufgabe steht bei Pflege- und Behinderteneinrichtungen bevor. Die Landesregierung gibt flächendeckende Tests aller Heime vor. Seit dem 8. Mai wurden 39 Pflegeheime und fünf Behinderteneinrichtungen mit vielen Standorten im Kreis vom Gesundheitsamt angeschrieben, um Einwilligungs- und Datenschutzerklärungen von Bewohnern und Mitarbeitern zu erhalten. Die Abstrich-Aktion soll starten, wenn die erste Liste eingeht. „Es geht insgesamt um 5000 bis 6000 Personen, die in den Einrichtungen getestet werden sollen“, sagt Landrat Bauer. Einzelne Pflegeheime hätten allerdings kein Interesse an einer „verdachtsunabhängigen, einmaligen Momentaufnahme“. Es gebe kein Gesetz, dass getestet werden muss. Sobald jedoch einzelne Bewohner oder Mitarbeiter Symptome zeigen, soll großzügig abgestrichen werden.

Eine andere Option wären flächendeckende Antikörpertests – auch um Licht ins Dunkelfeld zu bringen. Es gibt mittlerweile viele Schnelltests, die allerdings noch als wenig sicher gelten. Hoffnung macht aber ein neuer Test, den das Pharmaunternehmen Roche entwickelt hat, um Corona-Antikörper nachzuweisen, der flächendeckend eingesetzt werden könnte. „Das wäre eine Verbesserung mit einer höheren Sicherheit“, sagt Dr. Pascale Welisch, die Leiterin des Gesundheitsamts.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht diesen neuen Test als „eine wichtige neue Wegmarke im Kampf gegen das Virus“ und hat bereits viele Millionen bestellt. Dessen Treffgenauigkeit sei verlässlich, und es könne mit fast 100-prozentiger Sicherheit nachgewiesen werden, ob sich ein Patient mit Corona infiziert hat. Im Idealfall könnte damit verlässlich erkannt werden, ob jemand die Krankheit hinter sich hat, immun ist und niemanden mehr ansteckt.

Fieberambulanz Crailsheim geht in Stand-by-Betrieb

In den Krankenhäusern hat sich die Lage weiter entspannt. Im Kreisklinikum Crailsheim werden sieben und im Haller Diak drei Covid-19-Fälle behandelt.

Bei der Telefon-Hotline des Gesundheitsamts sind bislang insgesamt über 4500 Anfragen eingegangen, informiert Landrat Bauer beim Pressegespräch. Am 9. März, am Tag des ersten Corona-Falls im Kreis, waren es 300 Anrufe, mittlerweile sind es 27 täglich. Auch die Kontaktverfolgung der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wurde zurückgefahren. Sie sei im Stand-by und könne jederzeit wieder hochgefahren werden.

In Michelfeld und in Crailsheim wurden zentrale Abstrichstellen und Fieberambulanzen eingerichtet. In Michelfeld gibt es noch die Abstrichstelle, in Crailsheim die Fieberambulanz. Die Tests in Michelfeld sind auf 18 (Mittwoch) gesunken. Die Fieberambulanz in Crailsheim geht in den Stand-by-Betrieb.

Haller Tagblatt / Hohenloher Tagblatt / Rundschau Gaildorf / 16.05.2020  Von Marcus Haas
 

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